Sonstiges » Flöte

FLÖTE

FLÖTE

FLÖTENSONATEN VON J.S. BACH, BWV 1030 bis 1035

Bachs Flötensonaten setzen sich aus drei Sonaten für Flöte und obligates Cembalo BWV 1030-32 und drei Sonaten für Flöte und Basso continuo zusammen. Die Echtheit der Sonaten ins Es-Dur BWV 1031 und BWV 1033, da gibt es nur Abschriften davon, diese werden von den Bach-Forschern angezweifelt.

Die meisten Flötensonaten sind in der Leipziger Zeit entstanden, so um 1730. Um diese Zeit das Autograph der A-Dur Sonate BwV 1032, welches jedoch nur fragmentarisch vorliegt. Ebenfalls zur dieser Zeit entstand auch die zweifelhafte C-Dur Sonate BWV 1033., die Es-Dur Sonate BWV 1031 wird zwischen 1730 und 1734 entstanden sein. Die e-moll Sonate BWV 1034 ist vermutlich früher anzusetzen. Die Sonate in E-Dur BWV 1035 ist hingegen ein Spätwerk. Bach komponierte sie 1741 für den Kammerdiener Friedrichs II, Michael Gabriel Fredersdorf, welcher denselben Lehrer hatte wie der König. Bach unterhielt gute Kontakte zum Dresdner Hof, wo der Flötist Pierre Gabriel Buffardin wirkte; einige der Kompositionen dürften für ihn damals entstanden sein. In Leipzig wird Bach einen Teil der Kompositionen im Rahmen seiner Konzerte im „Zimmermannischen Caffee-Haus“ aufgeführt haben.

Bach verfügte bereits hatte für seine Flötensonaten, die um 1720 entwickelte mehrteilige Form der Traversflöte mit einem vollchromatischen Umfang von d bis a. Das Mittelstück war geteilt, so dass sich die Flöte durch den Austausch mehrerer Teilstücke unterschiedlichen Stimmungen anpassen konnte.

Blockflöten hat Bach in seiner Kammermusik (soweit diese erhalten ist) nicht eingesetzt. Da Bach seine Kammermusikkompositionen relativ intensiv überarbeitete, werden hier in einigen Fällen Urfassungen, teilweise auch für andere Besetzungen, angenommen. Die Flötensonaten waren neu und gehörten in die Reihe der neuen Gattung von Sonaten für ein Melodie-Instrument und obligates Cembalo, zu der auch die Violinsonaten BWV 1027-29 zählen.

Das Cembalo (VITAL JULIAN FREY, Cembalo) hatte sich aus der Rolle des reinen Generalbassinstruments befreit und als gleichberechtigter Partner der Traversflöte behauptet. Im Gegenzug zu den Streicher-Sonaten hat der Bass beim Cembalo in den Flötensonaten allerdings lediglich continuo Funktion, damit bleibt die Faktur der traditionnellen Triosonate mit zwei konzertierenden Oberstimmen und Generalbass deutlich erkennbar.

Auch formal unterscheiden sich die Flötensonaten sowohl von den Sonaten mit Basso continuo als auch von den Streichersonaten. Sie sind dreisätzig mit der Folge schnell-langsam-schnell. In den schnellen Ecksätzen sind je Oberstimmen in der Regel imitatorisch aufeinander bezogen, manchmal sogar in Form einer Fuge, wie im Finale der h-moll Sonate 1030, wo ausnahmsweise auch der Bass dabei ist.

In der A-Dur-Sonate 1032 ist der erste Satz nur unvollständig überliefert, so dass er für eine praktische Ausgabe Ergänzung benötigt. Die Sonaten für Traversflöte und Basso continuo BWV 1033-35 sind viersätzig, da heissen die Satzangaben langsam-schnell-langsam-schnell im Stil der italienischen Sonata a chiesa.

In der anspruchsvollen e-moll Sonate BWV 1034 nimmt Bach wenig Rücksicht auf die Atmung des Interpreten Die E-Dur Sonate BWV 1035 ist ein ausgereiftes Spätwerk, das sich vor allem mit der reichlich verzierten Flötenstimme des Kopfsatzes bereits dem eimfindsamen Stil annähert. Zur Wiederentdeckung und Wiederbelebung hat das Quintette a Vent Français und das Ensemble Baroque de Paris grossen Anteil geleistet, die barocke Flötenliteratur wurde nach dem zweiten Weltkrieg dadurch starke wiederbelebt. Viele Interpreten spielen Bachs Werke auf der Traversflöte anstelle der Boehmsflöte (Flötistin MARIA CECILIA MUNOZ)