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Chor

Chor

Der Chor und seine Entwicklung in Deutschland/Frankreich/England

Der Chor (ESTONIAN PHILHARMONIC CHAMBER CHOIR) hatte im 18. Jahrhundert in Deutschland einen festen Platz, war eine Institution der Biedermeier-Zeit. Die Pflege von „Nationalliedern“ wurde sehr gehört. Häufig wurden zu bestimmten Anlässen, Feierlichkeiten, Aufträge zu neue Kompositionen für Chormusik erlassen. Chorverbände waren sehr aktiv, auch in politischen und sozialen Netzwerken. Die Turn- und Männergesangs-Vereine waren angesehene Institutionen und trugen dazu bei, dass der Männergesang zu einer patriotischen Volksbewegung wurde.

Auch in England wurde die Chormusik gepflegt, ca um 1784 entstanden die ersten Händelfeste in der Westminster Abbey. In Frankreich gab es ebenfalls ähnliches, z.B. le concert spirituel de Paris, sowie die Académie de Musique en Provences. Die Französische Revolution förderte die Pflege der Chormusik stark. Nationale Festtage wurden mit Chören besungen. Eine bunte Mischung aus Beamten, Industriellen, Kaufleuten usw. waren aktive Mitglieder in diesen Turn- und Männergesangs-Vereine. Die Schrift A.F. Thibauts „Über die Reinheit der Tonkunst“ , fand viel Beachtung in den Caecilien-Vereine und gab wichtige Impulse in der protestantischen Restaurationsbewegung. Mit Bildung der ersten Liedertafel in Berlin aus Mitgliedern der Singakademie um das Jahr 1809, wurde die Gründungswelle organisierter Männerchöre eingeleutet.

Eine gleiche Entwicklung enstand zur gleichen Zeit auch in Zürich.

Die Erneuerung des Chorgesanges ging von der Kirchenmusik aus.1780 wurde der Messias aufgeführt. Voraussetzung für die Aufnahme in einer Singakademie war das Vorsingen. Dazu diente der viel durchgeführte private häusliche Gesang, private Lehrer wurden dafür engagiert. Zuhause einstudierte Werke wurden dann im Verein geübt und dann in den lokalen Kirchen aufgeführt.

Der Chor wuchs um diese Zeit schnell von 22 auf 100 Männer an. Um diese Zeit wurde in Berlin eine Singschule im Stil der italienischen Konservatorien gegründet.

Die Liedertafel hatte ihre intime Form eines privaten Zirkels verloren.

Der Schweizer Nägeli gründete eine „Sonntagabend-Gesellschaft“, in der vier Männer -in Quartettformation- sangen und grossen Beifall bei den Anwesenden ernteten, diese Idee fand rasch Nachahmer. Es entstand die Mode unter jungen Männern in Gruppen im Freien singen zu gehen, am liebsten am Sonntag Morgen. Der Name dafür war „Liederkranz“, darin waren Männer aus allen Bevölkerungsschichten anzutreffen.

Frauenchorgründungen entstanden Ende 18./Anfang 19.Jahrhundert in Deutschland. Die Lieder waren einfach, alles Neue und Überraschende war sogar verboten. Mozarts Freimaurer-Kantaten sowie der „Priesterchor“ aus der „Zauberflöte“ wurden sehr populär. Um diese Zeit war das erste Deutsche Musikfest mit der ersten Sinfonie von Beethoven und Haydn’s Schöpfung in der Hauptkirche von Thüringen zu hören. Solche Feste wurden zum festen Bestandteil des Kulturleben Deutschland sowie der Schweiz. Das engmaschige Netz von Liedertafeln war ein Ersatz für die damals noch nicht zugelassenen Parteien.

Die Sängerbewegung Chor (DIE SINGPHONIKER , Vokalsextett) entstand zuerst als Männerbewegung. Bürgerliche Moralvorstellungen in Hinblick auf die Pflege der Geselligkeit in den Männergesangvereinen schlossen Frauen von der aktiven Mitgliedschaft aus. Erst viel später sangen Männer und Frauen gemeinsam. In konfessioneller Hinsicht war die frühe Sängerbewegung protestantisch. Protestanten wie Katholiken haben jedoch die Sängerfeste zu nutzen verstanden. Eine breite Chorliteratur stand damals schon zur Verfügung. Die besten Komponisten und Dichter haben sich dieser Musikgattung bedient und dafür geschrieben, dies ist heute noch gleich.